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INTERVIEW: Tom Tykwer

Über die Split-Screen-Sequenzen in Drei und das Massieren der Bilder im Schneideraum

Mit Drei war Tom Tykwer vor dem Kinostart am 23.12.2010 zehn Tage lang auf Preview-Tour in ganz Deutschland unterwegs. Bremen, Braunschweig, sogar Bielefeld. Meist zwei Städte an einem Abend. Hier eine Einführung vor dem Film, dort ein Publikumsgespräch nach dem Film. Und dazwischen jede Menge Interview-Termine. Der Regisseur hat eine Menge Fragen zu Beziehungs-Konstellationen, Monogamie, Bisexualität, Bowie und Berlin gehört und beantwortet – wie in vielen erschienenen Interviews nachzulesen ist.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, mit ihm auch über Beziehungen, monogame Verhältnisse  und einschneidende Veränderungen zu sprechen: Über seine Beziehung zum Schneideraum, seine Zusammenarbeit mit Editorin Mathilde Bonnefoy (die seit Lola rennt bis auf Das Parfüm alle seine Filme geschnitten hat) und das „rewriting“ von Filmen während des Schnitt-Prozesses.

Sind Sie gerne im Schneideraum?

Ich liebe den Schneideraum! Wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, für eine der Zeiten, ist das meine liebste.

… von den Arbeitsphasen Drehbuch schreiben, Dreh und Schnitt?

Ich hänge an allen Prozessen, deshalb bin ich ja auch so eng verstrickt mit allem, weil ich das als einen Gesamtvorgang für mich betrachte, in dem man sich in so völlig unterschiedlichen Arbeits- und Inspirationsformen weiterentwickeln und ausprobieren kann.

Das Schreiben ist z.B eher eine einsame Angelegenheit, es sei denn, man sucht sich Partner, was ich natürlich auch schon oft getan habe. Aber Drei habe ich wieder alleine geschrieben. Das Schreiben ist natürlich aufregend, weil man dem Moment des Entstehens von Ideen quasi mit sich selber beiwohnt. Aber es ist natürlich auch von diesen ganzen Zweifen befallen, die einem auch keiner nehmen kann, weil man mit sich so alleine ist.

Das Drehen hat natürlich den größten Adrenalinschub, weil es in kürzester Zeit so viele Momente erzeugt, die dann für immer festgehalten sind, von denen man weiß, so wird es jetzt für immer sein. Da steht man extrem unter Druck und man kriegt natürlich auch den Input von wahnsinnig vielen begabten Menschen gleichzeitig.

Aber im Schnitt entsteht eben dieser mikroskopische, faszinierende Raum mit in der Regel einer anderen Person, das ist bei mir die Mathilde, mit der man über Monate hinweg sich in Material hineinarbeitet, das man eben dann – wie Mathilde auch zu recht sagt – eigentlich nochmal schreibt.

> hier weiterlesen, was Tom Tykwer über die „lustvolle Konkurrenz“ im Schneideraum, das „Massieren der Bilder “ und die Entstehungsgeschichte Split-Screen-Sequenzen in Drei sagt > schnitt.de >

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