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SOURCE CODE – Sci-Fi trifft Hitchcock

Und täglich grüßt Jake Gyllenhaal

Source Code

SOURCE CODE |Duncan Jones |Frankreich, USA 2011

Der Anruf aus Hollywood kam schnell: Kaum hatte Duncan Jones mit seinem Independent-Erfolg Moon seine preisgekrönte Talentprobe als als kreativer und technisch versierter Macher von intelligentem Science-Fiction abgeliefert, da meldete sich Jake Gyllenhaal und hat ihn für Source Code als seinen Wunsch-Regisseur engagiert. Damit kann Jones nun beweisen, dass man ihm bedenkenlos auch fremde Drehbücher und größere Budgets anvertrauen kann.

…und täglich grüßt das Murmeltier trifft auf Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit und moderner Science-Fiction atmet einen Hauch von Hitchcock. Diese gewagte klingende Mischung entfaltet in Source Code rasant seine Wirkung.

Zu Beginn erwacht Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) verwirrt im Zug. Er hat keine Ahnung, wie er dort hingekommen ist. Die Frau, die ihm gegenüber sitzt, scheint ihn gut zu kennen und nennt ihn Sean. Die Situation wird immer merkwürdiger, doch bevor er das Ganze verarbeiten kann, fliegt plötzlich der Zug in die Luft. Damit ist inhaltlich keineswegs zuviel verraten – schon bei Hitchcock funktioniert der Suspense gerade durch das Wissen um die Bombe, die zu explodieren droht. In Source Code allerdings explodiert dieselbe Bombe gleich mehrere Male – vielmehr: die Bombe ist eigentlich schon längst explodiert:

Colter Stevens ist Teil einer militärischen Operation und wird mittels eines Computerprogramms namens „Source Code“ in die letzten Lebens-Minuten eines Zugpassagiers versetzt. Er hat nur acht Minuten Zeit, um seine Mission zu erfüllen, bevor die Bombe detoniert. Dabei kann und soll er nicht die Menschen im Zug retten, obwohl er gerade das vor allem wegen der Frau ihm gegenüber (Michelle Monaghan) gerne täte – doch das Attentat ist ja schon geschehen. Er soll vielmehr den Attentäter ausfindig machen, damit dessen nächster angedrohter Anschlag noch verhindert werden kann. Dafür wird Stevens von Officer Goodwin (Vera Farmiga) immer wieder in dieselbe Situation versetzt, um mit seinem jeweils gesammeltem Vorwissen mehr und mehr herauszufinden zu können. Dabei wird ihm allerdings auch vermehrt irritierendes über sich selbst klar.

In Source Code wird das filmische Spiel mit Vergangenheit und Zukunft, Gegenwart und parallelen Welten zwar nicht neu erfunden, allerdings wissen Script, Inszenierung und Montage bis hin zum allerletzten Plot-Twist so unterhaltsam und intelligent zu fesseln, dass man als Zuschauer gerne auf diesen Zug aufspringt.

 

© Kirsten Kieninger, in anderer Form erschienen in der RNZ vom 02.06.2011

Eine ausführliche Kritik ist nachzulesen bei kino-zeit.de >
Die ersten 5 Filmminuten gibt es hier zu sehen>

Ein Interview mit Duncan Jones gibt es hier >

 

Filmdaten:

Titel: Source Code
Produktionsland: Frankreich, USA
Produktionsjahr: 2011
Länge: 93 Min.
Verleih: Kinowelt Filmverleih
Kinostart: 02.06.2011
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Ben Ripley
Kamera: Don Burgess
Schnitt: Paul Hirsch
Musik: Chris P. Bacon
Hauptdarsteller: Jake Gyllenhaal, Jeffrey Wright, Vera Farmiga, Michelle Monaghan, Russell Peters, James A. Woods

 

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