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JEAN TINGUELY

Der kinetische Künstler – Immer in Bewegung

JEAN TINGUELY | Dokumentarfilm von Thomas Thümena | Schweiz 2011

«Es bewegt sich alles. Stillstand gibt es nicht. Lasst Euch nicht von überlebten Zeitbegriffen beherrschen. Fort mit den Stunden, Sekunden, Minuten. Hört auf, der Veränderung zu widerstehen. SEID IN DER ZEIT – SEID STATISCH, SEID STATISCH – MIT DER BEWEGUNG. Für Statik, im Jetzt stattfindenden JETZT. Widersteht den angstvollen Schwächeanfällen, Bewegtes anzuhalten, Augenblicke zu versteinern und Lebendiges zu töten. Gebt es auf, immer wieder ‚Werte‘ aufzustellen die doch in sich zusammenfallen. Seid frei, lebt!

Hört auf, die Zeit zu ‚malen‘. Lasst es sein, Kathedralen und Pyramiden zu bauen, die zerbröckeln wie Zuckerwerk. Atmet tief, lebt im Jetzt, lebt auf und in der Zeit. Für eine schöne und absolute Wirklichkeit!»

[Dieses Manifest wurde auf  Flugblättern gedruckt von Tinguely im März 1959 aus einem Flugzeug über Düsseldorf abgeworfen]

Jean Tinguely (1925 – 1991) starb vor über 20 Jahren, seine Kunstwerke sind immer noch sehr lebendig. Sie rattern, klappern, spritzen, und quietschen. In Museen, unter freiem Himmel, in Brunnen. Räder, Riemen, Gestänge und Kleinteile, zusammengezimmert zu Maschinen, „monströs, lächerlich und sinnlos“,“dazu verdammt, in einem beschränkten Raum immer wieder die gleiche Bewegung auszuführen, ist das nicht eine verrückte Geschichte?“. Zeitlebens hat Tinguely immer wieder mit Ironie und anarchischem Esprit sein Werk öffentlich kommentiert, es gibt eine Fülle filmischen Archivmaterials über sein Schaffen. Er selbst kam im Leben genauso wenig zum Stillstand wie seine kinetischen Kunstwerke: Eine solche Künstlerbiografie bietet sich als Sujet für einen Dokumentarfilm geradezu an.

Der Schweizer Regisseur Thomas Thümena hat zugegriffen und zeichnet in Jean Tinguely den bewegten Lebensweg dieses außergewöhnlichen Künstlers nach.

meine Filmrezension bei kino-zeit.de >

Filmdaten:

Titel: Jean Tinguely
Originaltitel: Tinguely
Produktionsland: Schweiz
Produktionsjahr: 2011
Länge: 88 Min.
Verleih: film kino text
Kinostart: 17.05.2012
Regie: Thomas Thümena
Drehbuch: Thomas Thümena
Kamera: Felix von Muralt
Montage: Myriam Flury
Musik: Rusconi, Roland Widmer

 


 

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