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60. IFFMH 2011 – Die Preisträger

Produzent Dominic Wright, Schauspieler Colin Morgan, Festivalleiter Dr. Michael Kötz

 

60. Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2011:

Preisträger und Jurybegründungen

Großer Preis von Mannheim-Heidelberg geht an Darragh Byrne aus Irland für den Film PARKED

Die Jury hat es sehr bewegt, wie meisterhaft ein Regisseur in seinem Erstlingswerk eine Geschichte über die unerwartete Freundschaft zweier gegensätzlicher Charaktere zu erzählen vermag. Feinsinnig entfaltet die Erzählung unterschätzte Werte von Randgruppen in einer bürokratischen Gesellschaft, die zunehmend darin versagt, Menschenwürde wiederherzustellen und zu pflegen.

Rainer Werner Fassbinder-Preis geht an Sebastián Borensztein aus Argentinien für den Film UN CUENTO CHINO

Auf zauberhafte, lustige und unkonventionelle Weise erzählt der Film eine Geschichte von kultureller Toleranz über die Grenzen der Sprache hinweg – durch zwei Charaktere, die unerwartet aneinander gebunden sind, obwohl sie anfangs nichts gemeinsam haben.

Spezialpreis der Jury geht an Sébastien Pilote aus Kanada für den Film LE VENDEUR

Die Jury war begeistert, ein so tiefgehendes und reifes Talent bei einem jungen Regisseur zu entdecken. Feinsinnig, unaufgeregt und mit filmischem Geschick erzählt er – mehr durch den Einsatz von Stille und Klang als durch übermäßig viele Dialoge – eine komplexe Geschichte. Der Film zeigt vor dem Hintergrund einer zerfallenden Welt in der Wirtschaftskrise ausführliche Momente der Spannung, Leidenschaft und des Überlebens eines Mannes, der alles hat und doch alles verliert.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury geht an Babak Shirinsefat aus Iran, für den Film RAH RAFTAN ROUYE RAIL

 Für seinen Mut, sich schwierigsten Umständen zu stellen und dabei einen Film zu schreiben, zu drehen, zu produzieren, zu gestalten und zu schneiden, der sich mit sensiblen Fragen in einer streng kontrollierten und beschränkten Gesellschaft beschäftigt.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury geht an LAURENT CAPELLUTO aus Belgien, Schauspieler des belgischen Films FILS UNIQUE von Miel van Hoogenbemt

Gekonnt und feinsinnig stellt er einen Sohn dar, der vom tyrannischen Vater stets verschmäht wird und dem es schließlich nach dem Tod der Mutter gelingt, sich von des Vaters Macht zu befreien

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury geht an PIOTR NIEMYJSKI aus Polen, Kameramann des Films LĘK WYSOKOŚCI von Bartosz Konopka.

In der großen Tradition polnischer Bildgestaltungskunst zeigt er durch Licht und Bewegung einen wundervollen Sinn für düstere Atmosphäre. Gerade in einer Zeit der neuen Technologien, in der die Kunst der Photographie zunehmend verloren geht, ist eine solche Arbeit außergewöhnlich.

Preis der internationalen Filmkritik der FIPRESCI-Jury geht an Sébastien Pilote aus Kanada für den Film LE VENDEUR

Für die rührende Darstellung eines gewöhnlichen Menschen und seines persönlichen wie auch gesellschaftlichen Niedergangs vor der Kulisse der großen globalen Wirtschaftskrise.

Preis der Ökumenischen Jury geht an Alon Zingman aus Israel für den Film  BEIN HASHMASHOT

Mit eindrücklichen Bildern gelingt dem Regisseur ein packendes israelisches Gesellschaftsporträt. Meisterhaft verwebt er dabei vier Schicksale um die Themen Liebe, Vergebung, Schuld und Sühne.

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury geht an Darragh Byrne aus Irland für den Film  PARKED

In einer subtilen Bildsprache beschreibt der Regisseur einen Uhrmacher, der in einem alten PKW am Strand von Dublin haust und um seinen gesellschaftlichen Neuanfang ringt. Dank der überzeugenden und beeindruckenden schauspielerischen Leistung der Darsteller ermöglicht der Film einen unmittelbaren, schonungslosen Blick auf die erschütternde Situation eines entwurzelten Mannes, der dabei nie seine Würde verliert.

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury geht an Sebastián Borensztein aus Argentinien für den Film UN CUENTO CHINO

Dieser Film zeigt auf emotional berührende Weise, dass Solidarität und Verständnis möglich sind. Im Gewand eines Märchens erzählt er von zwei Menschen, die trotz sprachlicher und kultureller Barrieren den Weg zum Herzen des anderen finden und sich dadurch positiv verändern. Mit sensibler, unaufgeregter Hand inszeniert, konzentriert er sich auf seine beiden Hauptakteure, vermag aber ebenso seine Nebenfiguren differenziert und warmherzig zu zeichnen.

Publikumspreis Mannheim-Heidelberg geht an Sebastián Borensztein aus Argentinien für den Film  UN CUENTO CHINO

Empfehlungen der Jury der Kinobetreiber für

BEIN HASHMASHOT, Israel, Alon Zingman

Der Film verknüpft mehrere Einzelschicksale atmosphärisch dicht und schlüssig zu einer Momentaufnahme der israelischen Gesellschaft. Als Knotenpunkt der Geschichten dient ein Krankenhaus, das sowohl zu emotionalem Schutz dient wie auch Abgründen der Verzweiflung Raum gibt.

ELLE NE PLEURE PAS, ELLE CHANTE, Belgien, Philippe de Pierpont

Die junge Protagonistin kann ihren psychischen Befreiungsschlag gegen den Vater erst beginnen, als dieser im Koma liegt und zuhören muss. Dieses Kammerspiel zeigt ein intimes Portrait einer zerrissenen Frau auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

UN AMOR, Argentinien, Paula Hernández

Mit stilsicherer Farbsymbolik erzählt Paula Hernández die Geschichte einer Ménage à trois von den bittersüßen Erinnerungen an einen verliebten Sommer und von einer melancholischen Wiederbegegnung nach mehr als 30 Jahren.

 

(Quelle: http://www.iffmh.de/Preistraeger2011)

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