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MARIEKE UND DIE MÄNNER

MARIEKE UND DIE MÄNNER | Regie: Sophie Schoukens | Belgien 2012

Unter dem Originaltitel Marieke, Marieke lief dieser belgische Spielfilm im Jahr 201o auf dem 59. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg in der Reihe „Internationale Entdeckungen“, nun ist diesem stillen, intensiven Drama ein regulärer Kinostart in Deutschland gegönnt.

Marieke ist zwanzig Jahre alt und auf der Suche. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Identität, nach einem eigenen Platz im Leben treibt sie an. Auf ihrem Weg bricht sie stillschweigend Tabus. Ihre Suche verläuft ruhig, ist voll von Melancholie und geht unter die Haut.

Marieke sammelt obsessiv Nackt-Fotos ihrer Liebhaber. Es sind durchweg alte Männer mit denen sie schläft. Regisseurin Sophie Schoukens war es wichtig, dass es sich um alte Männer und nicht um „ältere“ Männer handelt, wie sie im Publikumsgespräch auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg sagte. Junge Frauen und ältere Männer sind längst ein gängiges Klischee, maßgeschneidert für den männlichen Blick. Marieke, Marieke setzt dem eine weibliche Sicht entgegen, in der die junge Frau nicht Objekt ist, sondern als agierende Persönlichkeit ernst genommen wird.

Tagsüber arbeitet Marieke in der Schokoladenfabrik, nachts sucht und findet sie in den Armen ihrer Liebhaber die Wärme und Geborgenheit, die sie vermisst, seit ihr Vater tot ist. Doch als sie einen alten Freund des Vaters kennenlernt, zu dem ihre Mutter jeden Kontakt vermeidet, wird sie mit Geheimnissen der Vergangenheit konfrontiert und muss lernen, die Sehnsucht nach dem verlorenen Vater und körperliche Hingabe zu trennen. Mit stiller Intensität verkörpert Hande Kodja die Marieke, auf die die Liedzeile von Jaques Brel so gut passt: „Ohne Liebe, warme Liebe, ist alles vorbei“.

 

Filmdaten:

Titel: Marieke und die Männer
Originaltitel: Marieke, Marieke
Produktionsland: Belgien
Produktionsjahr: 2010
Länge: 85 Min.
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Kinostart: 28.06.2012
Regie: Sophie Schoukens
Drehbuch: Sophie Schoukens
Kamera: Alain Marcoen
Montage: Peter Woditsch
Musik: Jeff Mercelis
Hauptdarsteller: Jan Decleir, Barbara Sarafian, Hande Kodja, Caroline Berliner, Pauline Haugness

 

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