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CINEMA JENIN

Ein Film, ein Kino, ein Ort, eine Utopie

CINEMA JENIN | Regie: Marcus Vetter | Deutschland, Palästina 2011

„In Jenin ein Kino? Baut doch ein Krankenhaus!“ das bekam Marcus Vetter zu hören, als er seine Initiative für das „Cinema Jenin“ startete. Die palästinensische Stadt Jenin im israelisch besetzten Westjordanland galt als Terroristenhochburg. Krieg ist in der Stadt und dem angrenzenden Flüchtlingslager eher Alltag als Kultur. Das Kino wurde während der ersten Intifada 1987 zerstört und dem Verfall überlassen.

Am 5. August 2010 konnte es feierlich wieder eröffnet werden – durch das Engagement des deutschen Filmemachers und vieler unermüdliche Mitstreiter. Den Stein ins Rollen brachte Vetters vorheriger Film Das Herz von Jenin (2008): Nachdem sein 12jähriger Sohn von israelischen Soldaten erschossen wurde, entschloss sich der Palästinenser Ismael Khatib, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu Spenden. Der Dokumentarfilm über diese große Friedensgeste wurde mit dem Deutschen Filmpreis 2010 als Bester Dokumentarfilm und mit dem „Cinema for Peace Award“ ausgezeichnet. Doch Marcus Vetter wollte mehr: „Filme entwickeln zwar eine Kraft fürs Kino und für die Zuschauer, aber sie verändern wenig.“

Zusammen mit Ismael Khatib und seinem Dolmetscher Fakhri Hamad beschloss er, das alte Kino in Jenin wieder aufzubauen, um damit ein integratives Kultur-Zentrum und einen Ort der Völkerverständigung zu schaffen. Dass dieses Vorhaben kein einfaches ist, zeigt nun eindrücklich Vetters Dokumentarfilm Cinema Jenin, der das Ringen um den Wiederaufbau dokumentiert.

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Filmdaten:

Titel: Cinema Jenin
Produktionsland: Deutschland, Palästina
Produktionsjahr: 2011
Verleih: Senator Filmverleih
Kinostart: 28.06.2012
Regie: Marcus Vetter
Kamera: Marcus Vetter
Musik: Marc Sinan

 

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