Radioaktivität im Film

Ruine des Reaktorblocks in Tschernobyl (Szenenfoto aus dem Film AN EINEM SAMSTAG)

Am 26. April 2011 jährt sich der Super-GAU von Tschernobyl zum 25. Mal. Viele Dokumentationen, die zum Jahrestag der atomaren Katastrophe hin produziert wurden, sind nun schon anlässlich der Ereignisse von Fukushima in den letzten Wochen von den TV-Sendern gesendet worden. Die Vergangenheit von Tschernobyl wiederholt sich im Japan der Gegenwart.

Filme, die sich mit der Kernenergie auseinandersetzen, schaut man heute mit anderen – schreckgeweiteten – Augen. Seien es aktuelle Filme, wie z.B. der Spielfilm An einem Samstag, Dokumentarfilme der letzten Jahre, oder Filme aus der Atom-Ära vor Tschernobyl.

An dieser Stelle möchte ich deshalb ganz kurz einige Filme vorstellen, die durch die Ereignisse von Fukushima seit März 2011 für mich plötzlich wieder sehr präsent geworden sind:

Aus dem Tschernobyl-Jahr 1986 stammt der britische Animationsfilm When the wind blows. Hier geht es nicht um “friedliche” Kernenergie, sondern die Atombombe. Der Film nutzt noch das Szenario des Kalten Krieges: Ein altes englisches Ehepaar überlebt die Detonation einer sowjetischen Atombombe, stirbt aber an den Folgen der Verstrahlung. Die Naivität, Obrigkeits- und Gutgläubigkeit, mit der die beiden alten Leute sich ihrem Schicksal fügen, ohne es recht zu verstehen, ist sehr anrührend.

Silkwood (1983):  US-Spielfilm mit Meryl Streep über den authentischen Fall der Karen Silkwood, die in einer Brennelementefabrik arbeitete und sich gegen eine Vertuschung von gefährlichen Unfällen einsetzte. Sie ist unter nie komplett geklärten Umständen ums Leben gekommen.

Das China-Syndrom (1979): US-Spielfilm mit Jane Fonda, Michael Douglas und Jack Lemmon über einen fiktiven Störfall in einem Kernkraftwerk, bei dem es beinahe zu einer Kernschmelze gekommen wäre. Der Film nahm damit den schweren Atom-Unfall von Harrisburg vorweg, wo es im Three-Mile-Island Kernkraftwerk am 28.03.1979 tatsächlich zu einer teilweisen Kernschmelze kam.

Akira Kurosawas Träume (1990): Hier hat der japanische Regisseur in der Episode Mount Fuji in Red explodierende Kernkraftwerke in Japan als Weltuntergangszenario inszeniert.

The nuclear Boyscout (2003): Kurze Dokumentation über einen amerikanischen Jungen, der Mitte der 90er Jahre seine Nachbarschaft radioaktiv verstrahlte, weil er sich in der Gartenhütte mit Pfadfinderhandbuch, viel Erfindungsgeist und ohne Bewußtsein für die Konsequenzen  einen funktionstüchtigen Miniaturreaktor baute. Der komplette Film (23 min.)  ist unter diesem link zu sehen.

Mit Unter Kontrolle (2011) kommt am 26. Mai 2011 ein deutscher Dokumentarfilm in die Kinos, der sich mit Kernkraftwerken beschäftigt. Dieser Film bietet allerdings anstelle einer kritischen Auseinandersetzung oder zumindest eines Standpunktes vor allem schöne Bilder aus dem inneren von Kernkraftwerken, die man nun also mit vermehrtem Unbehagen betrachten kann. Genauso wie auch die Statements der Verantwortlichen zur Sicherheit der Technik durch die Realität ihren aktuellen kommentierenden Rahmen erhalten.

Into Eternity (2009): Der skandinavische Dokumentarfilm von Mikael Madsen bezieht Stellung und beschäftigt sich kritisch und zugleich filmisch beeindruckend gestaltet mit der Problematik der Endlagerung von atomarem Müll. Es wäre wünschenswert, dass auch dieser Film noch seinen Weg in die deutschen Kinos findet.

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